Vom Zwischenstopp zum Lieblingsplatz: Der Campingpark Gitzenweiler Hof feiert 2026 sein 65-jähriges Jubiläum. Was Anfang der 1960er-Jahre auf einem ehemaligen Gutshof im Norden von Lindau begann, ist heute ein mehrfach ausgezeichneter 5-Sterne-Campingpark in der Vierländerregion Bodensee.
Doch die Geschichte von Gitzenweiler beginnt noch viel früher – lange bevor die ersten Zelte, VW-Busse und Wohnwagen hier Station machten.
Die Höfe zu Gitzenweiler
Es war einmal ein wunderschönes Fleckchen Erde zwischen Allgäu und Bodensee, vor den Toren der Stadt Lindau: die Höfe zu Gitzenweiler. Schon im 14. Jahrhundert lebte hier Ritter Ulrich zu Ebersberg. Laut den Niederschriften im Stadtarchiv Lindau verkaufte Ruf von Ebersberg im Jahr 1384 seinen Hof mit mehreren weiteren Gütern an den Lindauer Bürger Heinrich Sürg.
Später wechselte das Gut mehrfach den Besitzer. Ende des 15. Jahrhunderts gehörte es dem Lindauer Bürgermeister Hans Dehler. Um das Jahr 1700 erwarb Johann Andreas Heider das Gut Gitzenweiler Hof. Seine Familie nannte sich fortan „von Heider zu Gitzenweiler“. Noch heute erinnert das historische Wappen der Familie am Herrenhaus des Gitzenweiler Hofes und am Alten Rathaus in Lindau an diese Zeit.

1961: Die ersten Camper kommen
Als der Bikini noch Diskussionen auslöste, Reisen nach Italien als kleines Abenteuer galten und viele Urlauber mit VW Käfer, Bulli oder Alpenkreuzer Richtung Süden aufbrachen, wurde der Gitzenweiler Hof für erste Campinggäste zum willkommenen Zwischenstopp.
Die Familien Martini und Minke betrieben hier ursprünglich Landwirtschaft. Dass daraus einmal ein bekannter Campingpark entstehen würde, war damals kaum absehbar. Doch die „letzte Station vor den Grenzen und den Alpen“ sprach sich schnell herum. Was zunächst eher zufällig begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem Ort für Erholung, Begegnung und Urlaub unter freiem Himmel.

Als Camping noch Abenteuer war
Camping bedeutete damals Freiheit, Improvisation und Gemeinschaft. Ein Tisch, ein paar Klappstühle, ein Zelt, ein Wohnwagen – mehr brauchte es oft nicht. Man saß zusammen, half sich gegenseitig, erzählte von der Reise und genoss die Tage im Grünen.
Genau dieses Gefühl ist bis heute ein Teil des GITZ geblieben: unkompliziert ankommen, draußen sein, Menschen begegnen und den Alltag ein Stück hinter sich lassen.

Campingpioniere, neue Ideen und große Pläne
1969 fiel eine wegweisende Entscheidung: Die Familie Martini zog sich aus Altersgründen zurück. Das Gelände wurde an Campingpionier „Don Alfredo“ Tabbert verkauft. Mit Unternehmergeist, Mut und Gespür für die junge Freizeitbranche bekam der Ort neuen Schwung.
1971 übernahm Dr. Alfred Lindstedt aus Würzburg den Gitzenweiler Hof. Gemeinsam mit seiner Familie entwickelte er den damaligen Freizeit- und Erholungspark weiter. Der GITZ wurde zunehmend zu einem beliebten Ziel für Gäste aus Deutschland, den Niederlanden und vielen weiteren Ländern.

1972: Das Freibad wird zum Meilenstein
Ein besonderer Schritt war der Bau des großen Freibades im Jahr 1972. Mit rund 800 Kubikmetern Wasser war es damals eine Besonderheit und machte den Gitzenweiler Hof weit über die Region hinaus bekannt.
Über viele Jahrzehnte war das Freibad ein prägender Ort am GITZ. 2025 wurde es dauerhaft geschlossen. Die Entscheidung fiel nach reiflicher Überlegung: Statt einer reinen Sanierung soll der Eingangsbereich nachhaltig weiterentwickelt werden – mit mehr Natur, neuen Aufenthaltsbereichen und dem geplanten GITZ Haus ab 2028.
Damit bleibt das Freibad Teil der GITZ Geschichte, während an gleicher Stelle ein neues Kapitel beginnt.

1995: Familie Müller übernimmt den GITZ
1995 ging der damalige Freizeit- und Erholungspark Gitzenweiler Hof in den Besitz der Familie Müller über. Bernd und Heidrun Müller führten den Campingpark mit viel Engagement, Tatkraft und Herzblut weiter.
Was damals noch mit Schreibmaschine, Baucontainer-Rezeption und einfachen Mitteln organisiert wurde, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem modernen Campingpark mit umfangreicher Infrastruktur, Gastronomie, Aktivprogramm, Serviceangeboten und einem starken Team.
Das Ziel blieb dabei klar: Naturcamping mit Komfort und Herz. Der Gitzenweiler Hof sollte ein Ort bleiben, an dem Gäste nicht nur übernachten, sondern ankommen.

Der Elefant, FANY und das GITZ Gefühl
Ein besonderes Wahrzeichen des Campingparks ist der bronzene Elefant am Eingang. Er geht auf den ungarischen Künstler Imre Varga zurück, einen Freund der Familie Müller. 1997 kam der rund 1,2 Tonnen schwere Elefant aus Budapest an den Bodensee und wurde am Eingang des GITZ aufgestellt.
Später wurde aus dieser Idee auch das Maskottchen FANY. Heute gehört FANY fest zum Gitzenweiler Hof, begleitet Kinder und Familien durch das Aktivprogramm und steht für die fröhliche, herzliche Seite des Campingparks.
2026: 65 Jahre Naturcamping am GITZ
2026 feiert der Campingpark Gitzenweiler Hof sein 65-jähriges Jubiläum. Aus dem einstigen Zwischenstopp vor Alpen und Grenze ist ein eigenständiges Urlaubsziel geworden – ein Ort für Familien, Paare, Freunde, Alleinreisende, Stammgäste und neue Entdecker.
Am 3. und 4. Juli 2026 wird dieses Jubiläum mit einem besonderen Wochenende gefeiert. Gemeinsam mit Gästen, Freunden, Partnern und dem GITZ Team soll spürbar werden, was diesen Ort seit Jahrzehnten ausmacht: Natur, Begegnung, Lebensfreude und die Freude am Campen.
Blick nach vorn: GITZ Garten und GITZ Haus
Die Geschichte des Gitzenweiler Hofes endet nicht mit dem Jubiläum. Im Gegenteil: Der GITZ entwickelt sich weiter. Nach reiflicher Überlegung wurde entschieden, das Freibad dauerhaft zu schließen und den Eingangsbereich des Campingparks nachhaltig neu zu denken.
Geplant ist die schrittweise Verwandlung in eine grüne Naturoase sowie das neue GITZ Haus. Es soll moderne Sanitärbereiche, ein Wirtshaus mit Terrasse, flexible Aufenthaltsräume, eine wandelbare Eventlocation, Workation-Möglichkeiten und Räume für Begegnung, Gruppen und Veranstaltungen bieten.
So bleibt der Gitzenweiler Hof seinem Ursprung treu und geht gleichzeitig neue Wege: naturnah, gastfreundlich, zukunftsorientiert und mit dem Anspruch, Camping am Bodensee auch für kommende Generationen lebendig zu halten.
Danke für 65 Jahre GITZ
Der Campingpark Gitzenweiler Hof dankt allen Gästen, Mitarbeitenden, Partnern und Wegbegleitern, die diesen Ort über Jahrzehnte geprägt und begleitet haben. Ohne sie wäre aus dem ehemaligen Gutshof nicht das geworden, was der GITZ heute ist: ein Stück Urlaubsheimat im Norden von Lindau.
Historisches Material, Presseanfragen und Bildmaterial
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Viele Gäste begleiten den Campingpark Gitzenweiler Hof bereits seit Jahrzehnten. Vielleicht schlummern auch bei Ihnen noch alte Urlaubsfotos, Postkarten oder Geschichten aus vergangenen Campingtagen.
Wir freuen uns über historische Erinnerungen und stehen Medien, Redaktionen sowie Interessierten gerne als Ansprechpartner zur Verfügung.